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Riscreen Compliance-Newsletter – Ausgabe KW 30/2026

Neue technische Meldeanforderungen, einheitlichere Aufsichtsverfahren und konkrete Umsetzungsfristen prägen die regulatorischen Entwicklungen dieser Woche. Im Bankensektor stehen das Reporting Framework 4.4, der Einlegerschutz und die Vorbereitung auf T+1 im Vordergrund. Hinzu kommen Vorgaben zur AMLA-Datenerhebung und Aufsichtszusammenarbeit, das PFOF-Verbot sowie Transparenz- und Datenschutzanforderungen für KI-Systeme. Für die Praxis bedeutet das: Datenhaushalt, Zuständigkeiten, technische Abläufe und Kontrollnachweise müssen gezielt an die neuen Vorgaben angepasst werden. 

Inhaltsverzeichnis

1. EBA: Entwurf des Reporting and Disclosure Framework 4.4 veröffentlicht 

Anwendbar für: Banken, Meldewesen, Offenlegung, Data Governance, Risikomanagement, IT 

Relevante Maßnahmen: 

  • Betroffene Melde- und Offenlegungsmodule einschließlich der erforderlichen Datenfelder, Validierungen und fachlichen Zuständigkeiten bestimmen. 
  • Änderungen an DPM, XBRL-Taxonomien und Datenglossar in den bestehenden Reporting- und Change-Prozessen verorten. 
  • Die beiden Umsetzungsphasen mit Releaseplanung, fachlichen Tests, Datenqualitätskontrollen und verfügbaren IT-Ressourcen abstimmen. 

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2. EBA: Konsultationen zu neuen Vorgaben für Einlagensicherungssysteme

Anwendbar für: Banken, Einlagensicherungssysteme, Treasury, Resolution, Meldewesen, Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Erstattungsprozesse für Treuhand-, Sammel- und Kundenkonten auf eindeutige Zuordnung der geschützten Einlagen und Begünstigten überprüfen. 
  • Datenfelder, Übermittlungswege und Abstimmungsprozesse zwischen Institut, Einlagensicherungssystem und zuständigen Behörden anpassen. 
  • Vorgaben zur Einlegerinformation und zur Anlage verfügbarer Finanzmittel in Regelwerke, Kontrollen und Verantwortlichkeiten überführen. 

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3. Datenschutzaufsichtsbehörden: Stuttgarter Impulse zur Reform von Aufsicht und Datenschutzrecht

Anwendbar für: Datenschutz, Unternehmen mit mehreren Standorten, öffentliche Stellen, Legal, Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Interne Melde- und Beschwerdeprozesse auf mögliche zentrale digitale Zugangswege und einheitlichere Behördenverfahren vorbereiten. 
  • Auswirkungen verbindlicher DSK-Entscheidungen und des „Einer-für-Alle“-Prinzips auf Datenschutzbewertungen, Zuständigkeiten und Eskalationswege einordnen. 
  • Bestehende Nachweis- und Prüfprozesse daraufhin bewerten, wie bundesweit anerkannte Entscheidungen und Prüfergebnisse eingebunden werden könnten. 

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4. AMLA: FAQ zur Datenerhebung für potenziell direkt beaufsichtigte Unternehmen

Anwendbar für: Banken, Finanzinstitute, AML-Compliance, Meldewesen, Data Governance, Gruppenfunktionen 

Relevante Maßnahmen: 

  • Die Datenerhebung zwischen AML-Compliance, Meldewesen, Gruppenfunktionen und nationaler Aufsicht zentral koordinieren. 
  • Auslegungsfragen, Meldegrenzen und Zuordnungsentscheidungen anhand der AMLA-FAQ einheitlich dokumentieren. 
  • Vollständigkeit, Konsistenz und fachliche Freigabe der Daten vor der Übermittlung durch nachvollziehbare Kontrollen absichern. 

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5. BaFin: Aufsichtserwartungen zum Verbot von Payment for Order Flow

Anwendbar für: Banken, Neobroker, Wertpapierfirmen, Brokerage, Product Governance, Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Vergütungs- und Orderweiterleitungsmodelle auf direkte oder mittelbare Vorteile von Handelsplätzen und sonstigen Dritten überprüfen. 
  • Eigenhandel, Vertriebsvergütungen und konzerninterne Modelle anhand der BaFin-Beispiele nachvollziehbar von verbotenem PFOF abgrenzen. 
  • Änderungen der Geschäftsmodelle in Best-Execution-Vorgaben, Interessenkonfliktmanagement und Produktfreigabeprozessen abbilden. 

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6. BSI: CyberGovSecure erhält verbindlichen Rahmen für die Bundesverwaltung

Anwendbar für: Bundesbehörden, öffentliche Verwaltung, Informationssicherheit, ISMS, Cyberresilienz, Governance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Behördenspezifische Sicherheitsmaßnahmen mit den zentralen Zielen, Mindestanforderungen und Steuerungsstrukturen von CyberGovSecure abgleichen. 
  • Fortschritte, offene Maßnahmen und Sicherheitsdefizite anhand messbarer Kriterien in ein einheitliches Berichtswesen überführen. 
  • Verantwortlichkeiten zwischen Behördenleitung, Informationssicherheit, IT-Betrieb und zentraler Programmsteuerung verbindlich festlegen. 

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7. Singapur: Cybersecurity Code of Practice wird um APT- und KI-Risiken erweitert

Anwendbar für: Betreiber kritischer Infrastrukturen, Informationssicherheit, Cyber Governance, Incident Response, internationale Unternehmensgruppen 

Relevante Maßnahmen: 

  • Bedrohungsmodelle und Risikoanalysen um langfristige APT-Kampagnen sowie KI-gestützte Angriffs- und Täuschungsmethoden erweitern. 
  • Erkennungs-, Analyse- und Reaktionsfähigkeiten durch technische Tests und realitätsnahe Angriffsszenarien überprüfen. 
  • Neue Anforderungen mit bestehenden Vorgaben aus NIS2, DORA und konzernweiten Sicherheitsstandards abgleichen. 

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8. AMLA: Standards für die Zusammenarbeit bei direkter Aufsicht finalisiert

Anwendbar für: Grenzüberschreitend tätige Finanzinstitute, AML-Compliance, Gruppen-Compliance, Aufsichtsmanagement, Legal 

Relevante Maßnahmen: 

  • Zuständigkeiten und Informationsflüsse zwischen AMLA, nationalen Aufsichtsbehörden und internen Gruppenfunktionen nachvollziehbar abbilden. 
  • Prozesse für Aufsichtsanfragen, Prüfungen und die Bereitstellung gruppenweiter Informationen organisatorisch harmonisieren. 
  • Governance und Eskalationswege für grenzüberschreitende AML-Sachverhalte an die einheitlichere Aufsichtsstruktur anpassen. 

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9. FIU: Jahresbericht 2025 veröffentlicht

Anwendbar für: Verpflichtete nach dem GwG, Geldwäschebeauftragte, KYC, Transaktionsmonitoring, Financial Crime 

Relevante Maßnahmen: 

  • Entwicklungen bei Meldeaufkommen, Risikofeldern und Analyseergebnissen mit der eigenen Risikoanalyse und den festgelegten Kontrollen abgleichen. 
  • Erkenntnisse zur Qualität und Struktur von Verdachtsmeldungen in Arbeitsanweisungen und Qualitätssicherungsprozesse übernehmen. 
  • Änderungen bei Meldewegen, Datenanforderungen und Behördenzusammenarbeit in Schulungen und interne Prozessbeschreibungen einarbeiten. 

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10. ESMA: Bericht zur Aufsicht über grenzüberschreitende Wertpapierdienstleistungen

Anwendbar für: Wertpapierfirmen, Banken, Vertrieb, Anlegerschutz, Compliance, Aufsichtsmanagement 

Relevante Maßnahmen: 

  • Grenzüberschreitende Dienstleistungen nach Zielländern, Produkten, Kundengruppen und Beschwerdeaufkommen vollständig erfassen. 
  • Zuständigkeiten zwischen Herkunfts- und Aufnahmestaat sowie interne Eskalationswege für lokale Risiken überprüfen. 
  • Produktgovernance, Marketing und Kundenkommunikation an länderspezifische Risiken und aufsichtliche Erwartungen anpassen. 

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11. ESMA: Institute sollen Vorbereitungen für T+1 abschließen

Anwendbar für: Banken, Wertpapierfirmen, Asset Manager, Zentralverwahrer, Marktinfrastrukturen, Operations 

Relevante Maßnahmen: 

  • Handelsbestätigung, Allokation und Matching so beschleunigen, dass wesentliche Prozessschritte möglichst am Handelstag abgeschlossen werden. 
  • Systeme, Schnittstellen und externe Dienstleister entlang der gesamten Abwicklungskette unter T+1-Bedingungen testen. 
  • Verspätete Instruktionen, fehlerhafte Abwicklungen und verbleibende Prozessengpässe über geeignete Kennzahlen überwachen. 

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12. Datenschutzaufsicht Singapur: Leitlinien zu personenbezogenen Daten bei generativer KI

Anwendbar für: Anbieter und Betreiber generativer KI, Datenschutz, KI-Governance, Produktentwicklung, Data Governance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Trainings- und Fine-Tuning-Daten nach Herkunft, Zugänglichkeit und datenschutzrechtlicher Verwendbarkeit systematisch bewerten. 
  • Datenschutzhinweise und Einwilligungsprozesse ausdrücklich auf die Entwicklung und Weiterentwicklung generativer KI ausrichten. 
  • Verantwortlichkeiten von Modellanbietern, Systemanbietern und Betreibern einschließlich Sicherheit, Aufbewahrung und Betroffenenrechten vertraglich festlegen. 

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13. Europäische Kommission: Leitlinien zu Transparenzpflichten nach dem AI Act

Anwendbar für: Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, KI-Governance, Marketing, Medien, Produktentwicklung, Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • KI-Systeme und Ausgabekategorien danach klassifizieren, welche Informations-, Kennzeichnungs- oder Offenlegungspflichten gelten. 
  • Technische Verfahren zur maschinenlesbaren Kennzeichnung und Erkennbarkeit synthetischer oder manipulierter Inhalte implementieren. 
  • Erforderliche Hinweise bei Chatbots, Deepfakes, biometrischen Anwendungen und bestimmten KI-generierten Texten in Nutzer- und Veröffentlichungsprozesse integrieren. 

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