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Riscreen Compliance-Newsletter – Ausgabe KW 31/2026

Die aktuellen Veröffentlichungen verbinden Datenarchitektur, KI-Governance und Cyberresilienz zunehmend mit konkreten Aufsichts- und Steuerungs-anforderungen. Im Finanzsektor stehen ein gemeinsames Datenmodell, ICT-Risiken aus Frontier AI und die Ergebnisse des geopolitischen Reverse-Stresstests im Vordergrund. Zugleich konkretisieren neue Vorgaben die deutsche KI-Marktüberwachung sowie die Governance für sichere digitale Produkte, OT-Systeme und die Wiederherstellung nach Cyberangriffen. Für die Praxis bedeutet das: Fachliche Verantwortlichkeiten, Risikoappetit, Kontrollstrukturen und Nachweisfähigkeit müssen über Datenmanagement, KI, Produktentwicklung und Informationssicherheit hinweg konsistent ausgestaltet werden. 

Inhaltsverzeichnis

1. EBA, EZB und EIOPA: Konsultation zum gemeinsamen DPM-Datenmodell

Anwendbar für: Banken, Versicherer, Meldewesen, Data Governance, Datenarchitektur, IT 

Relevante Maßnahmen: 

  • Auswirkungen des weiterentwickelten Metamodells auf Daten-Governance, Meldearchitektur und fachliche Verantwortlichkeiten bewerten.  
  • Einheitliche Begriffe, Definitionen und Datenhierarchien im Reporting sicherstellen.  
  • Anpassungsbedarfe in Change-, Freigabe- und Qualitätssicherungsprozessen verankern.  

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2. ESAs: Einheitlichere Governance für ICT-Risiken aus Frontier-AI-Modellen

Anwendbar für: Banken, Versicherer, Wertpapierfirmen, DORA-Compliance, KI-Governance, Informationssicherheit 

Relevante Maßnahmen: 

  • Frontier-AI-Risiken in ICT-Risikomanagement, Risikoappetit und Auslagerungssteuerung einbeziehen.  
  • Verantwortlichkeiten für Auswahl, Einsatz, Überwachung und Beendigung entsprechender Modelle festlegen.  
  • Konzentrations-, Abhängigkeits- und Drittanbieterrisiken in die laufende Governance integrieren.  

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3. EZB-Bankenaufsicht: Ergebnisse des geopolitischen Reverse-Stresstests 2026

Anwendbar für: Banken, Risikomanagement, Stresstesting, ICAAP, Geschäftsleitung, Aufsichts-Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Geopolitische Risiken mit Kapitalplanung, Liquiditätssteuerung und strategischen Entscheidungen konsistent verknüpfen. 
  • Kapital-, Liquiditäts-, Cyber- und Drittanbieterrisiken konsistent miteinander verknüpfen.  
  • Managementmaßnahmen hinsichtlich Verfügbarkeit, Wirksamkeit und Governance absichern.  

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4. ENISA: Playbook für Secure by Design und Secure by Default

Anwendbar für: Hersteller digitaler Produkte, KMU, Product Security, Softwareentwicklung, Informationssicherheit, CRA-Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Secure by Design und Secure by Default als verbindliche Prinzipien der Produkt-Governance verankern.  
  • Sicherheitsanforderungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg einheitlich steuern.  
  • Freigaben, Ausnahmen und Restrisiken nachvollziehbar dokumentieren und verantworten.  

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5. BaFin: Neue Zuständigkeit für die KI-Marktüberwachung im Finanzsektor

Anwendbar für: Banken, Versicherer, Zahlungs- und Wertpapierinstitute, Kryptowerte-Dienstleister, Kapitalverwaltungsgesellschaften, KI-Governance 

Relevante Maßnahmen: 

  • KI-Governance an den neuen Marktüberwachungszuständigkeiten der BaFin ausrichten.  
  • Rollen zwischen Fachbereichen, Compliance, Risiko, Datenschutz und Informationssicherheit klar zuordnen.  
  • Prüfungs- und Nachweisfähigkeit für beaufsichtigte KI-Systeme zentral sicherstellen.  

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6. BGBl. I Nr. 223: Deutsches Durchführungsgesetz zum AI Act in Kraft

Anwendbar für: Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, Finanzunternehmen, öffentliche Stellen, Compliance, Legal, Hinweisgeberstellen 

Relevante Maßnahmen: 

  • Behördenzuständigkeiten, Beschwerdewege und Mitwirkungspflichten in die KI-Governance integrieren.  
  • Verantwortlichkeiten für Marktüberwachung, Registrierung und Behördenkommunikation festlegen.  
  • Hinweisgeber- und Eskalationsprozesse auf mögliche Verstöße gegen den AI Act erweitern.  

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7. CISA und internationale Partner: Leitlinien zur Isolation von OT-Systemen

Anwendbar für: Betreiber kritischer Infrastrukturen, OT-Sicherheit, Produktion, Energie, Business Continuity, Incident Response 

Relevante Maßnahmen: 

  • Isolationsfähigkeit als Bestandteil der OT-Governance und Resilienzplanung verankern.  
  • Zuständigkeiten für Abschaltung, Notbetrieb, Wiederanbindung und Eskalation festlegen.  
  • Abhängigkeiten zwischen OT, IT und unterstützenden Systemen in der Risikosteuerung berücksichtigen.  

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8. NCSC: Leitfaden zur Wiederherstellung nach schwerwiegenden Cyberangriffen

Anwendbar für: Geschäftsleitung, Informationssicherheit, IT-Betrieb, Business Continuity, Krisenmanagement, Dienstverantwortliche 

Relevante Maßnahmen: 

  • Wiederherstellung und Mindestbetrieb als eigenständige Governance-Themen im Krisenmanagement verankern.  
  • Prioritäten, Entscheidungsbefugnisse und Eskalationswege für längere Ausfälle festlegen.  
  • Abhängigkeiten von Backups, Dienstleistern und Wiederanlaufressourcen regelmäßig bewerten.  

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9. FIU: Sektorspezifische Risikoanalyse zu juristischen Personen und Rechtsgestaltungen

Anwendbar für: Verpflichtete nach dem GwG, Banken, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, KYC, Geldwäschebeauftragte 

Relevante Maßnahmen: 

  • Risiken aus Rechtsform, Eigentumsstruktur und grenzüberschreitenden Gestaltungen differenziert steuern.  
  • Verantwortlichkeiten für die Bewertung komplexer Beteiligungs- und Kontrollstrukturen festlegen.  
  • Eskalations- und Freigabeprozesse für intransparente oder nicht plausible Strukturen nachschärfen.  

Quelle

10. Europäische Kommission: Neue Umsetzungshinweise zum Cyber Resilience Act

Anwendbar für: Hersteller und Entwickler digitaler Produkte, Importeure, Händler, Product Security, CRA-Compliance, Legal 

Relevante Maßnahmen: 

  • CRA-Anforderungen in Produkt-Governance, Compliance und Sicherheitsmanagement integrieren.  
  • Verantwortlichkeiten für Produktklassifizierung, Konformität und Schwachstellenmanagement festlegen.  
  • Melde-, Dokumentations- und Supportpflichten über den gesamten Produktlebenszyklus steuern.  

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