» Startseite » Riscreen Compliance Blog » Riscreen Compliance-Newsletter – Ausgabe KW 28/2026

Riscreen Compliance-Newsletter – Ausgabe KW 28/2026

Regulatorische Entwicklungen dieser Woche greifen unmittelbar in technische, organisatorische und datenbezogene Prozesse ein. Im Mittelpunkt stehen harmonisierte AML-Verfahren, neue Anforderungen an die digitale Resilienz von Kryptowerte-Dienstleistern, der Umgang mit KI-bedingten Cyberrisiken sowie präzisere datenschutzrechtliche Maßstäbe für Anonymisierung und Web Scraping. Ergänzt wird das Bild durch neue Vorgaben für Drittstaatenzweigniederlassungen und die weitere Digitalisierung staatlicher Verfahren. 

Für die Umsetzung bedeutet das: Technische Resilienz, Datenverwendung und grenzüberschreitende Governance müssen enger zusammengedacht werden, während Aufsicht und Behörden zugleich stärker auf einheitliche Prüf-, Melde- und Durchsetzungsstandards setzen. 

Inhaltsverzeichnis

1. BGBl. I Nr. 199: Gesetz zum Bürokratierückbau im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums

Anwendbar für: Öffentliche Stellen, Verwaltungsverfahren, Datenschutz, Personal- und Sicherheitsprozesse, Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Verwaltungs- und Nachweisprozesse auf die erweiterten Möglichkeiten elektronischer Kommunikation umstellen.
  • Schriftformanforderungen, sichere Übermittlungswege und Identitätsnachweise in Verfahrensvorgaben und Formularen neu abbilden. 
  • Betroffene Datenschutz-, Personal- und Sicherheitsprozesse auf geänderte Dokumentations-, Prüf- und Löschanforderungen abstimmen. 

Quelle 

2. EBA: Finales technisches Paket 4.3 für das Reporting Framework

Anwendbar für: Banken, Drittstaatenzweigniederlassungen, Meldewesen, Data Governance, AML-Reporting 

Relevante Maßnahmen: 

  • Reporting-Systeme um die neuen Anforderungen für Drittstaatenzweigniederlassungen erweitern.
  • Datenbereitstellung für die AMLA-Risikoerhebung technisch und fachlich absichern. 
  • Taxonomie-, Validierungs- und Datenmodelländerungen kontrolliert in die Meldestrecken übernehmen. 

Quelle

3. Europäisches Parlament: Engere Grenzen für die ePrivacy-Ausnahme zur Erkennung sexuellen Kindesmissbrauchs

Anwendbar für: Kommunikationsdienste, Plattformen, Datenschutz, Trust & Safety, Legal 

Relevante Maßnahmen: 

  • Erkennungsmaßnahmen für private Kommunikation nach Verschlüsselungsstatus und rechtlicher Zulässigkeit differenzieren. 
  • Freiwillige Scan- und Meldeprozesse auf die vorgesehenen Einschränkungen und Kontrollvoraussetzungen ausrichten. 
  • Entwicklungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren in Produkt- und Datenschutzentscheidungen berücksichtigen. 

Quelle

4. EDPB: Konsultation zu Leitlinien zur Anonymisierung personenbezogener Daten

Anwendbar für: Datenschutz, Data Governance, Forschung, Analytics, KI-Entwicklung

Relevante Maßnahmen:

  • Anonymisierung aus Sicht der jeweiligen Datenempfänger und ihrer verfügbaren Zusatzinformationen bewerten.
  • Risiken der Isolierbarkeit, Verknüpfbarkeit und Ableitung personenbezogener Informationen methodisch testen.
  • Möglichen Anpassungsbedarf bei Bewertungsmethoden, Dokumentation und regelmäßiger Neubewertung frühzeitig erfassen.

Quelle


5. EDPB: Konsultation zu Leitlinien zu Web Scraping für generative KI

Anwendbar für: Anbieter generativer KI, Datenschutz, Data Engineering, Produktentwicklung, Legal

Relevante Maßnahmen:

  • Den Entwurf getrennt für Datenerhebung, Modellentwicklung und spätere Modellnutzung rechtlich einordnen.
  • Quellen, Zugriffsbeschränkungen und Betroffenenerwartungen in Auswahl- und Freigabeprozessen berücksichtigen.
  • Technische Filter und Nachweise für Datenminimierung sowie den Ausschluss besonderer Datenkategorien vorbereiten.

Quelle


6. ESMA: Aufsichtsaktion zur digitalen Resilienz von Kryptowerte-Dienstleistern

Anwendbar für: CASPs, Kryptoverwahrung, DORA-Compliance, ICT-Risikomanagement, Informationssicherheit

Relevante Maßnahmen:

  • Resilienz der Verwahrungsinfrastruktur einschließlich Schlüssel-, Zugriffs- und Wiederherstellungsprozessen nachweisen.
  • Abhängigkeiten von ICT-Drittdienstleistern und Konzentrationsrisiken im Custody-Modell erfassen.
  • Incident Response, Business Continuity und Kontrollnachweise auf koordinierte Aufsichtsprüfungen vorbereiten.

Quelle


7. AMLA: Einheitlicher EU-Ansatz zur Durchsetzung von AML/CFT-Verstößen

Anwendbar für: Verpflichtete nach dem AML/CFT-Regime, Banken, Finanzdienstleister, AML-Compliance, Legal

Relevante Maßnahmen:

  • Kontrollverstöße nach Schwere, Dauer, Ursache und Auswirkung konsistent klassifizieren.
  • Entscheidungs- und Eskalationsprozesse für AML-Mängel auf vergleichbare EU-weite Sanktionierungsmaßstäbe ausrichten.
  • Nachweise zu Abhilfemaßnahmen und Ursachenanalysen so führen, dass Verhältnismäßigkeit und Wirksamkeit belegbar sind.

Quelle


8. BaFin und FIU: Geldwäscherisiken bei Kunden- und Vermögensmigration nach MiCAR

Anwendbar für: CASPs, Krypto-Compliance, AML-Compliance, KYC, Transaktionsmonitoring

Relevante Maßnahmen:

  • Kunden- und Vermögensmigrationen aus der MiCAR-Übergangsphase als eigenständiges Geldwäscherisiko in der Risikoanalyse erfassen.
  • Herkunft und Übertragung migrierter Kryptowerte mit verstärkten Plausibilitäts- und Transaktionskontrollen begleiten.
  • Auffälligkeiten aus Migrationsvorgängen in Monitoring-Szenarien und Verdachtsmeldeprozessen gesondert abbilden.

Quelle


9. BSI und Berlin: Kooperation für Cyber- und Informationssicherheit vereinbart

Anwendbar für: Öffentliche Verwaltung, Informationssicherheit, Cyberabwehr, ISMS, Resilienzverantwortliche

Relevante Maßnahmen:

  • Zuständigkeiten und Kommunikationswege für gemeinsame Cyberlagen und Sicherheitsvorfälle fest verankern.
  • Vereinbarte Kooperationsformate in ISMS-, Incident-Response- und Krisenmanagementprozesse überführen.
  • Gemeinsame Übungen, Lagebilder und Austauschformate mit klaren Eskalations- und Rückmeldewegen hinterlegen.

Quelle


10. ESAs: Warnung vor systemischen Cyberrisiken durch Frontier-AI-Modelle

Anwendbar für: Finanzinstitute, DORA-Verantwortliche, Cyber Governance, Geschäftsleitung, ICT-Risikomanagement

Relevante Maßnahmen:

  • Frontier-AI-Risiken in ICT-Risikoanalysen, Bedrohungsszenarien und Resilienztests aufnehmen.
  • Reaktionsfähigkeit auf KI-beschleunigte Schwachstellenausnutzung und automatisierte Angriffe messen.
  • Abhängigkeiten von wenigen leistungsfähigen KI-Anbietern als Konzentrations- und Systemrisiko behandeln.

Quelle


11. EBA: Finale Leitlinien zur Zulassung von Drittstaatenzweigniederlassungen

Anwendbar für: Drittstaatenbanken, EU-Zweigniederlassungen, Market Access, Aufsichts-Compliance, Legal

Relevante Maßnahmen:

  • Zulassungsunterlagen entlang der harmonisierten Informationsanforderungen vollständig strukturieren.
  • Governance, Geschäftsplan, Kapitalausstattung und Risikosteuerung der Zweigniederlassung konsistent dokumentieren.
  • Verantwortlichkeiten zwischen Drittstaaten-Mutterunternehmen und EU-Niederlassung eindeutig festlegen.

Quelle


12. Europäische Kommission: EU-Aktionsplan für Cybersecurity und Künstliche Intelligenz

Anwendbar für: KI-Governance, Informationssicherheit, kritische Sektoren, Technologieanbieter, Public Affairs

Relevante Maßnahmen:

  • Missbrauchsszenarien fortgeschrittener KI in Cyber-Risiko- und Schwachstellenanalysen aufnehmen.
  • Möglichkeiten für unabhängige Modelltests und sichere Erprobung in simulierten Umgebungen einplanen.
  • Security-by-Design, Cyberhygiene und Schutz kritischer Open-Source-Komponenten gezielt stärken.

Quelle


13. ESMA: Systemische Cyberrisiken durch Frontier AI im Kapitalmarkt

Anwendbar für: Wertpapierfirmen, Asset Manager, Marktinfrastrukturen, Cyber Governance, DORA-Compliance

Relevante Maßnahmen:

  • KI-bedingte Angriffs- und Kaskadenszenarien in Markt- und Betriebsrisikomodelle integrieren.
  • Gemeinsame Abhängigkeiten von Modellen, Datenquellen und Cloud-Infrastrukturen kartieren.
  • Informationsaustausch und sektorübergreifende Reaktion auf systemische Cyberlagen organisatorisch vorbereiten.

Quelle


14. AMLA: Konsultation zu grenzüberschreitendem Informationsaustausch zwischen FIUs

Anwendbar für: FIUs, AML-Compliance, Financial Crime, Verdachtsmeldewesen, grenzüberschreitende Gruppen

Relevante Maßnahmen:

  • Kriterien für den Bezug einer Verdachtsmeldung zu anderen Mitgliedstaaten in Melde- und Analyseprozessen abbilden.
  • Länderbezüge, beteiligte Parteien und grenzüberschreitende Transaktionsketten strukturiert erfassen.
  • Prozesse für Weitergabe, Rückmeldung und Nachverfolgung FIU-relevanter Informationen auf harmonisierte Abläufe vorbereiten.

Quelle

Die wichtigsten Compliance-Meldungen jetzt jede Woche kostenlos erhalten

Bereits viele Compliance-Beauftragte nutzen unseren kostenlosen Service und erhalten die wichtigsten Neuigkeiten aus den Bereichen Compliance, Geldwäscheprävention, Datenschutz und IT-Sicherheit. Wir geben wöchentlich einen Überblick über die wichtigsten Meldungen und ordnen diese ein.  

Jetzt kostenlos abonnieren. 

Möchten Sie täglich auf dem aktuellen Stand sein? 

Mit unserer Legal Risk Monitoring Software erhalten Sie Zugriff auf alle Meldungen und können diese nach Relevanz, Art und Bereich filtern. Sie können Zusammenfassungen erstellen und herunterladen. Sprechen Sie uns an

Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies Erstberatungsgespräch. 

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche. 

Ihr Team von Riscreen

| Zuletzt aktualisiert:

, , ,