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Riscreen Compliance-Newsletter – Ausgabe KW 27/2026

KW 27 ist geprägt von der weiteren Verdichtung europäischer Aufsichtspraxis in den Bereichen AML/CFT, Sustainable Finance, Bankenaufsicht, Kryptoregulierung und Cyber-Resilienz. Auffällig ist dabei, dass viele Stellen nicht mehr nur Grundlinien vorgeben, sondern operative Formate, gemeinsame Templates, Konsultationen und konkrete Aufsichtsschwerpunkte nachschieben. Dadurch verschiebt sich der Fokus zunehmend auf Umsetzungsfähigkeit, Datenqualität und belastbare Koordination zwischen Funktionen, Behörden und Märkten. Für die Praxis heißt das: Entscheidend ist weniger, ob neue Regeln kommen, sondern ob bestehende Prozesse schnell genug an präzisere Vorgaben, engere Fristen und stärker standardisierte Aufsichtserwartungen angepasst werden. 

Inhaltsverzeichnis

1. BSI: Community Draft zu KI-bezogenen Anforderungen veröffentlicht

Anwendbar für: Informationssicherheit, KI-Governance, öffentliche Stellen, IT-Compliance, Standardisierung 

Relevante Maßnahmen: 

  • Entwurfsanforderungen für den sicheren Einsatz von KI frühzeitig in bestehende Sicherheits- und Governance-Strukturen einordnen. 
  • Mögliche Auswirkungen auf technische Standards, Beschaffung und interne Prüfkriterien bewerten. 
  • Fachbereiche, Informationssicherheit und KI-Verantwortliche bei Kommentierung und späterer Umsetzung eng verzahnen. 

Quelle 

2. AMLA: Finale Formate für FIU-Zusammenarbeit und EPPO-Reporting

Anwendbar für: AML-Compliance, FIU-bezogene Prozesse, Financial Crime, grenzüberschreitende Institute, Regulatory Reporting 

Relevante Maßnahmen: 

  • Interne Daten- und Meldeprozesse auf maschinenlesbare und vergleichbare Formate ausrichten. 
  • Schnittstellen zu FIU.net und EPPO-bezogenen Informationsflüssen technisch und organisatorisch vorbereiten. 
  • Qualitätssicherung für Analysen, Feedback und grenzüberschreitende Berichte nachschärfen. 

Quelle

3. ESMA: Common Supervisory Action zur Risikomanagementfunktion

Anwendbar für: UCITS-ManCo, AIFM, Risikomanagement, Fund Governance, Aufsichts-Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Unabhängigkeit, Wirksamkeit und Ausstattung der Risikomanagementfunktion gezielt überprüfen. 
  • Governance, Risikomessung und Berichtswege an den ESMA-Schwerpunktfeldern ausrichten. 
  • Dokumentation für aufsichtsnahe Prüfungen in 2026 und 2027 belastbar aufbereiten. 

Quelle 

4. Bundesbank: 37 umsetzungsnahe Maßnahmen für digitale Souveränität

Anwendbar für: Digitale Souveränität, IT-Strategie, Public Affairs, Informationssicherheit, Innovationssteuerung 

Relevante Maßnahmen: 

  • Relevanz der vorgeschlagenen Maßnahmen für Cloud, KI, Chips, Robotik und Quantencomputing strategisch bewerten. 
  • Abhängigkeiten in kritischen Technologien und digitalen Infrastrukturen strukturiert erfassen. 
  • Eigene Digital- und Beschaffungsstrategie stärker an Souveränitätszielen ausrichten. 

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5. AMLA: Konsultation zu einheitlichem Format für Verdachtsmeldungen

Anwendbar für: AML-Compliance, Verpflichtete, Financial Crime, Meldewesen, grenzüberschreitende Gruppen 

Relevante Maßnahmen: 

  • Verdachtsmeldeprozesse auf harmonisierte Datenpunkte und stärker standardisierte Formate vorbereiten. 
  • Unterschiede zwischen nationalen Meldepraktiken und künftigen EU-Vorgaben identifizieren. 
  • Fachbereiche auf klarere, strukturiertere und grenzüberschreitend konsistente Meldeanforderungen einstellen. 

Quelle 

6. AMLA und EDPB: Gemeinsame Leitlinien zu Partnerschaften für Informationsaustausch

Anwendbar für: AML-Compliance, Datenschutz, Financial Crime, Informationsaustausch, Public-Private-Cooperation 

Relevante Maßnahmen: 

  • Künftige Modelle für Informationsaustausch frühzeitig mit Datenschutz- und AML-Anforderungen zusammen denken. 
  • Voraussetzungen für zulässige Datenverarbeitung in Kooperationsstrukturen belastbar dokumentieren. 
  • Governance für Public-Private-Partnerships und sektorübergreifenden Informationsaustausch weiterentwickeln. 

Quelle Quelle

7. EBA: Konsultation zu KPIs für Taxonomy-Disclosures

Anwendbar für: Banken, Sustainable Finance, Offenlegung, ESG-Reporting, Meldewesen 

Relevante Maßnahmen: 

  • Eigene Taxonomy-Disclosure-Prozesse auf Vereinfachungspotenziale und Nutzbarkeit überprüfen. 
  • KPI-Logiken und Offenlegungsstrukturen mit Blick auf mögliche Anpassungen fachlich neu bewerten. 
  • Datenquellen und Verantwortlichkeiten für Taxonomy-bezogene Kennzahlen konsistent zusammenführen. 

Quelle 

8. ESMA: Konsultation zur Vereinfachung des EU-Taxonomy-Offenlegungsrahmens

Anwendbar für: Asset Manager, Sustainable Finance, ESG-Offenlegung, Compliance, Regulatory Affairs 

Relevante Maßnahmen: 

  • Berichtspflichten auf mögliche Vereinfachungen und Entlastungen hin analysieren. 
  • OpEx-KPI, Gruppenberichterstattung und weitere vereinfachte Ansätze auf Anwendbarkeit prüfen. 
  • Offenlegungsprozesse so anpassen, dass Relevanz für Investoren bei sinkendem Aufwand erhalten bleibt. 

Quelle 

9. CISA: Neuer Advisory Council zur Stärkung von Partnerschaften und Schutz kritischer Infrastruktur

Anwendbar für: KRITIS, Informationssicherheit, Public Affairs, Resilienz, Sicherheitskooperationen 

Relevante Maßnahmen: 

  • Bedeutung neuer Public-Private-Kooperationsstrukturen für Resilienzprogramme beobachten. 
  • Schnittstellen zu Branchenverbänden, Sicherheitsbehörden und kritischer Infrastruktur stärker strukturieren. 
  • Eigene Sicherheitsstrategie auf stärker koordinierte sektorübergreifende Resilienzansätze ausrichten. 

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10. BaFin: Konsultation 08/2026 zu Änderungen der KAPrüfbV

Anwendbar für: Kapitalverwaltungsgesellschaften, Fondsaufsicht, Prüfungswesen, Compliance, Regulatory Affairs 

Relevante Maßnahmen: 

  • Auswirkungen der Änderungsverordnung auf Prüfungsgegenstände und Prüfungsberichte analysieren. 
  • Anpassungsbedarf bei Kreditvergabethemen, GwG-Berichterstattung und aufsichtsrechtlicher Dokumentation prüfen. 
  • Zusammenarbeit mit Prüfung, Legal und Fachbereichen frühzeitig auf neue Berichtsinhalte ausrichten. 

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11. BaFin: 9. MaRisk-Novelle veröffentlicht

Anwendbar für: Banken, MaRisk-Umsetzung, Governance, Risikomanagement, Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • Neue Proportionalitäts- und Öffnungsklauseln mit Blick auf das eigene Institut systematisch auswerten. 
  • Prinzipienorientierung, Berichtswesen und Stresstest-Erleichterungen in laufende Umsetzungsarbeiten integrieren. 
  • Interne Regelwerke, Zuständigkeiten und Dokumentationslogik an die veröffentlichte Fassung anpassen. 

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12. EBA: POG-Guidelines zu ESG-Produkten und Greenwashing-Risiken präzisiert

Anwendbar für: Retail Banking, Produktgovernance, ESG-Produkte, Consumer Protection, Compliance 

Relevante Maßnahmen: 

  • ESG-bezogene Retail-Produkte in Produktfreigabe- und Governance-Prozessen gesondert überprüfen. 
  • Greenwashing-Risiken in Zielmarktbestimmung, Produktgestaltung und Vertrieb systematischer adressieren. 
  • Hersteller- und Vertriebsverantwortung bei ESG-Merkmalen fachlich und organisatorisch schärfen. 

Quelle 

13. AMLA: Advisory Note zu Geldwäscherisiken beim Ende der MiCAR-Übergangsphase

Anwendbar für: Krypto-Compliance, CASPs, AML-Compliance, Financial Crime, Aufsichtsvorbereitung 

Relevante Maßnahmen: 

  • Risiken aus dem Übergang von nicht autorisierten zu autorisierten Marktteilnehmern gezielt bewerten. 
  • Kontrollen für unauthorisierte VASPs/CASPs, Kundenmigration und Monitoring anpassen. 
  • MiCA-, AML- und Aufsichtsperspektive in einer abgestimmten Cut-over-Logik zusammenführen. 

Quelle 

14. Rat der EU: Finale Zustimmung zu Vereinfachungsmaßnahmen beim AI Act

Anwendbar für: KI-Governance, Product Compliance, Public Affairs, Plattformen, Regulatory Affairs 

Relevante Maßnahmen: 

  • Vereinfachungen und neue Zeitlinien im AI-Act-Regime in laufende Umsetzungspläne überführen. 
  • Betroffene Systeme, Prozesse und Freigabepfade anhand der finalen Fassung neu priorisieren. 
  • Anpassungen bei verbotenen Anwendungen und Umsetzungsfristen in Governance- und Produktentscheidungen verankern. 

Quelle 

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